Oldtimer & Uhren

Wenn ich auf diesem Blog den Begriff „Perfect Match“ verwende, dreht es sich meist um Uhr und Schmuck in harmonischer Kombination. Es gibt jedoch auch noch andere Assoziationen auf „Perfect Match“ – zum Beispiel auf Autos und Uhren… Ein Männerthema? Weit gefehlt! Für mich gibt es heute grundsätzlich kein Thema mehr, das – entsprechend aufbereitet und auf den weiblichen Feingeist zugeschnitten – nicht auch Damenherzen berührt. Ich habe dieses Phänomen erst kürzlich wieder am eigenen Leib erlebt, bei der „Rallye des Princesses“, einem der ungewöhnlichsten Oldtimer-Rennen der Welt, auf Einladung von Richard Mille, einer der außergewöhnlichsten Uhrenmarken der Welt. „Perfect Match“ eben…

Frankreich ist natürlich immer eine Reise wert – die Art, wie wir diesmal das Land erleben durften, war jedoch so speziell und eindrucksvoll, dass wir unsere Impressionen gerne mit der ganzen Welt teilen würden. Mit einem Wort, es war einfach großartig…

Ladies only

An der „Rallye des Princesses“, die heuer bereits zum 18. Mal stattfand, dürfen traditionell ausschließlich Damen-Teams teilnehmen. 2017 entschlossen sich nicht weniger als 90 Paarungen, dieses Abenteuer zu wagen, bei dem lediglich das Servicepersonal männlich sein darf. Die Journalisten, die auf Einladung von Richard Mille teilnahmen und allesamt mit legendären Porsches ausgestattet wurden, durften sich über ein dreiköpfiges Technik-Team freuen, das von der Fahrereinweisung bis zur täglichen Politur alle Betreuungs- und Wartungsdienste übernahm – mit einer einzigen Ausnahme: Tanken. Dazu aber später noch eine kleine Anekdote…

Das österreichische Team bestand aus meiner Wenigkeit auf der Fahrerseite und meiner charmanten und glücklicherweise Oldtimer-erfahrenen Kollegin Irmie Schüch-Schamburek als Co-Pilotin. Der Job der Beifahrerin schließt vor allem die Navigation mit ein und damit einen ganz bedeutenden Part. Nun, da wir beide hart arbeitende Schreiberlinge und zudem noch Mütter von je zwei schulpflichtigen Kindern sind, ergo keine 6 Tage durch Frankreich düsen konnten, waren wir beim Start in Paris nicht dabei, sondern stiegen erst am dritten Renntag in Vichy in das Renngeschehen ein.

Zu unserem Entsetzen belegten die beiden Britinnen, die unser Auto die ersten beiden Tage von A nach B „bewegt“ hatten, tatsächlich den letzten Platz im Zwischenclassement, was uns natürlich zu Höchstleistungen anspornte. Unbedingt wollten wir bis zum Ziel noch Plätze gut machen. Die traumhaften Richard Mille Armbanduhren, die wir während der Fahrt tragen durften, und das charmante Motorgeräusch unseres temperamentvollen 356er (Baujahr 1964) ließen die Euphorie rasch zurückkehren.

Leider konnten wir die eindrücklichen Landschaften nur im Vorbeifahren genießen. Doch wäre dieser Zeitdruck nicht, kämen wohl die wenigsten Teilnehmerinnen ins Ziel, da unterwegs allzu viele Plätze zum Verweilen einladen.

Luxus auf höchstem Niveau: Bei Richard Mille entsteht vom Design bis zur Uhrwerkstechnologie alles im eigenen Haus. Die Zeitmesser sind Raritäten und in jeder Hinsicht spektakulär.

Edles Rendez-Vous: Die RM 07-01 Automatic Ladies in weißer Keramik mit dem Vintage-Lenkrad unseres Porsche 356.

La vie en rose: Die diamantbesetzte RM 67-01 Extra Flat Automatic durfte ich unter anderem am letzten Abend am zauberhaften Moorea Plage tragen. 

Austrian spirit

Die Aufholjagd begann alles andere als nach Wunsch. Der dritte (unser erster) Renntag war gleich der allerlängste der gesamten Rallye: statt der vorgeschriebenen 430 Kilometer hinauf zur „Alpe d’Huez“ fuhren wir knapp 600. Der Grund? Völlig banal: Die Suche nach einer Tankstelle entpuppte sich als „mission impossible“. Obwohl wir heldenhaft auf die Mittagspause verzichteten, um außerhalb der Wertungszeiten zu tanken, konnten wir im Umkreis von 80 Kilometern einfach keine geöffnete Tankstelle finden. Dieses traumatische Erlebnis verfolgte uns dann bis zur letzten Etappe, mit dem simplen Effekt, dass wir unserem Porsche meist schon bei halbvollem Tank einen Einkehrschwung aufzwangen. Zurück zum Renngeschehen: Schweißgebadet und unglaublich hungrig kamen wir mit krasser Zeitüberschreitung dann doch noch ans Etappenziel auf 1.860 Meter Seehöhe und waren trotz dieses Martyriums (wir hatten uns später zu allem Überfluss auch noch verfahren) nicht mehr letzte in der Wertung. Fazit: Anderen war es offenbar noch schlimmer ergangen – ein kleiner Trost nach 12 Stunden, die wir fast durchgehend in unserem nicht klimatisierten Porsche 356 anno 1964 verbracht hatten…

Nach dem Motto „jetzt erst recht“ gingen wir motiviert in den vorletzten Renntag, der ganz im Zeichen der Alpenpässe stand. Wir bewältigten fünf davon ohne Probleme und lagen gut in der Zeit, was meine Co-Pilotin dazu motivierte, mich bei den Gleichmäßigkeitsprüfungen zu Top-Leistungen anzuspornen. Für mich als Greenhorn keine einfache Aufgabe. Endlich näherten wir uns der Côte d’Azur, wo wir am Ende des Tages erschöpft, aber deutlich zufriedener als am Tag zuvor, in Mandelieu ankamen und völlig erstaunt ob der zurückgelegten Distanzen den Blick auf’s Meer in vollen Zügen genossen.

Die letzte Etappe führte durch das wunderschöne Hinterland, unter anderem zum Château Font du Broc, wo wir einen märchenhaften Mittagsstopp einlegten, und durch Grasse – jenen charmanten Ort, der als Wiege das Parfums gilt.

Emotional challenge

Sollte die bis heute hoffentlich spürbare Begeisterung in meinem Bericht, die eine oder andere Leserin zu einer Teilnahme an der nächsten „Rallye des Princesses“ verlocken, sei hier der Ordnung halber festgehalten, dass es sich definitiv nicht um eine Spazierfahrt handelt. Ohne eine gewisse körperliche Fitness und geistige Belastbarkeit bleibt man dort im wahrsten Sinne des Wortes auf der Strecke. Die vorgeschriebenen Zeiten waren angesichts äußerer Faktoren wie unfreiwilliger Umwege plus teils heftigem Verkehrsaufkommen, Umleitungen und Baustellen denkbar knapp bemessen und die Hinweise im Roadbook nicht immer ganz eindeutig… Wer Genaueres erfahren möchte, kann sich gerne per Email an mich wenden: redaktion@finest-styles.com.

Während wir eine Herausforderung nach der anderen bewältigten, erfreuten wir uns an Bildern, die wir ohne diese Einladung wohl niemals zu Gesicht bekommen hätten.

Road to Heaven

Summa summarum war es eine der schönsten Strapazen meines Lebens. Und was zu einfach zu erreichen, ist bekanntlich weniger wert – umso himmlischer war das Gefühl, als wir auf dem legendären Place des Lices von Saint-Tropez die Ziellinie überquerten. Glücklicherweise hat sich unsere Stressresistenz auf dem Prüfstand einer sehr sportlichen Oldtimer Rallye ebenso bewährt wie unsere Freundschaft. Für diese Erfahrung und die unvergesslichen Eindrücke, die wir von dieser Fahrt quer durch Frankreich mitnehmen durften, ein großes Dankeschön an Richard Mille!

Und noch ein ganz persönlicher Dank an Jules Langeard, dem wir die meisten dieser tollen Fotos zu verdanken haben.

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