Diven & Ikonen

Für alle, die nicht dabei sein konnten:

Der Leitfaden zu meinem Vortrag im Rahmen der Munichtime 2018 über Damenuhren und ihre berühmten Trägerinnen – von der Reine de Naples am Hangelenk Caroline Murats bis zu Cindy Crawford, die seit drei Jahrzehnten die perfekte Omega Constellation Trägerin repräsentiert:

 

Diven & Ikonen_MunichTime 2018

 

CHART 2 – Einleitung

Cherchez la femme … Sie kennen bestimmt diese französische Redewendung, die mir angesichts des Themas wieder eingefallen ist. Übersetzt heißt es so viel wie: „Suche die Frau!“,„Mach’ die Frau ausfindig!“ – Gemeint ist jedoch „Da steckt bestimmt eine Frau dahinter!“ ­ Für Sie habe ich mich also auf die Suche begeben…

…nach Frauen, die Uhrengeschichte geschrieben haben – manche durch ihre naturgegebene Affinität zu den schönen Dingen des Lebens, manche durch ihre Gier nach Luxus, nach immer neuen Superlativen. Manche jedoch haben die Uhrenszene auch durch Interesse an feiner Handwerkskunst geprägt oder wurden aus rein modischen Gesichtspunkten zu Ikonen… Niemals jedoch war es reiner Zufall.

Natürlich sprechen wir heute nur von Frauen, die in der Öffentlichkeit stehen, von so genannten Stars. Was auch immer eine Dame, die sich ihrer Prominenz bewusst ist, dazu bringt, etwas Bestimmtes zu tragen – reiner Zufall ist es eben nie.

 

CHART 3 – Stars

Warum jedoch beschäftig uns so sehr, wer was trägt?

Berühmte Frauen haben etwas geschafft, wonach viele andere streben:

Erfolg, viele Fans, Reichtum… und damit die Möglichkeit, ihr Leben so zu gestalten, wie sie es sich wünschen. Auch wenn das in der Realität nicht ganz so toll ist, weil Prominenz stets auch ihre Schattenseiten hat, stellen wir uns das ja doch eher traumhaft vor und identifizieren uns mit diesen erfolgreichen, schönen, stets perfekt durchgestylten Ikonen.

Und die Männer? Nun ja… sie finden sie auch toll, nun ja, ohne sie gleich an ihrer Seite haben zu wollen, denn auch das brächte so manche Komplikation mit sich.

Einblicke in das Leben prominenter Zeitgenossen faszinieren uns eben – aus ganz unterschiedlichen Gründen. Nicht jeder berühmte Mensch ist jedoch auch eine Stilikone. Ihre Stärken liegen manchmal in anderen Bereichen und sind sie modisch alles andere als Vorbilder.

Doch beginnen wir vielleicht ganz am Anfang der Beziehung zwischen Frau und Uhr

 

CHART 4 – Königliche Wünsche

Im 17. und 18. Jahrhundert gab es Turmuhren, Wanduhren, Tischuhren, portable Reiseuhren und Taschenuhren. Die Idee, eine Uhr am Handgelenk zu tragen, war noch gar nicht geboren. Damen aus feinen Kreisen liebten Schmuckuhren, die beispielsweise am Gürtel befestigt oder wie ein Amulett um den Hals getragen wurden. Diese waren insofern ein schwieriges Thema, da es für eine Dame als absolut unschicklich galt, in feiner Gesellschaft auf die Uhr zu blicken. Doch die Uhrenhersteller waren schon damals recht erfinderisch und ersannen gefinkelte Lösungen für jene Damen, die während einer Audienz oder galanten Besuchs die Zeit nicht vergessen wollten… So entstand z.B. die Tastuhr, bei mittels offen liegendem Zeiger und am Gehäuse angebrachter Edelsteine die Zeit (zumindest auf die halbe Stunde genau) ertastet werden konnte.

Abb.: Die Medaillon Tastuhr von Kaiserin Josephine aus dem Atelier von Breguet.

 

CHART 6 – Die erste Armbanduhr

Wenn mächtige Frauen Wünsche äußern, konnte das schon immer Berge versetzen, Heerführer zu Eroberungszügen anstacheln oder bahnbrechende Entwicklungen auslösen. Ob Mode, Kunst, Diplomatie oder Handel – im Laufe der Jahrhunderte haben nachweislich nicht nur Männer Entscheidendes bewegt.

Was aus einem koketten Wunsch entstehen kann, zeigen die Überlieferungen von Breguet im Zusammenhang mit einer Bestellung der Königin von Neapel – Caroline Murat, geb. Bonaparte. Als jüngste Schwester Napoléons, welcher A. Louis Breguet zeitlebens große Wertschätzung entgegenbrachte, beauftragte sie den Meisteruhrmacher mit der Fertigung eines ganz besonderen Zeitmessers, der in der Folge Uhrmachergeschichte schreiben sollte:

Da bei Breguet seit jeher jedes noch so kleine Detail dokumentiert wird, lässt sich jeder Auftrag zurückverfolgen. So auch die am 8. Juni 1810 erteile Bestellung zwei extravaganter Uhren: Caroline Murat gab sowohl eine Kutschenuhr mit großer Komplikation für 200 Luis d’or in Auftrag als auch – Zitat: „eine für ein Armband geeignete Repetieruhr, für die man ihm 5.000 Francs bietet“. Sie ging mit der Nummer 2639 in die Breguet-Annalen ein, verfügte bereits über eine Ankerhemmung (eine Erfindung Breguets) und ein Thermometer! Ihre Produktion umfasste 34 Fertigungsvorgänge, die von 17 Personen ausgeführt wurden. Dieses revolutionäre Kleinod, das schließlich am 21. Dezember 1812 fertiggestellt und ausgeliefert wurde, war zugleich eine der ersten Armbanduhren überhaupt – getragen von einer Frau!

 

CHART 7 – Reine de Naples

Die Reine de Naples wurde 2002 nach Beschreibungen aus dem Breguet-Archiv neu aufgelegt und seither immer wieder neu interpretiert.

 

CHART 8 – Royale Uhrenliebhaberinnen

Die Reihe großer Herrscherinnen und ihrer maßgeschneiderten Zeitmesser ließe sich noch lange fortsetzen. Zwei davon möchte ich hier jedoch nicht unerwähnt lassen – danach begeben wir uns langsam ins 20. Jahrhundert.

Zum royalen Kundenkreis von Patek Philippe zählten beispielsweise Königin Victoria von England oder die spanische Königin Isabella II. Von beiden sind Originale erhalten, die jedoch in ihrer Machart nicht unterschiedlicher sein könnten. Während Königin Victoria eine Medaillon-Uhr in Auftrag gab, die man wie eine Brosche tragen konnte…

 

CHART 9 – Geschenke und Auftragsarbeiten

Ein unbekannter Auftraggeber ließ für Isabella eine recht maskulin anmutende Taschenuhr anfertigen. Dass dies wahrscheinlich nicht ganz ihrem Geschmack entsprach, zeigen zahlreiche Portraits, die sie stets feminin und üppig geschmückt darstellten.

 

CHART 10 – Königliche Armbanduhren

Sowohl von Queen Victoria als auch von Isabella existieren übrigens Gemälde –spannenderweise beide von Franz-Xaver Winterhalter –, auf denen ziemlich eindeutig Armbanduhren an den Handgelenken der beiden Königinnen zu sehen sind… ein besonders bemerkenswertes Detail!

 

CHART 11 – Queen Elizabeth II und ihre Uhren

Queen Elizabeth II. ist bereits so lange im Amt, dass sich über die Jahrzehnte natürlich auch mehrere feine Armbanduhren angesammelt haben… Da sie fast immer lange Ärmel und dazu noch Handschuhe trägt, ist es allerdings nicht einfach, Fotos zu finden, auf denen ihre Armbanduhren auch gut zu sehen sind.

Bei ihrer Krönung trug sie eine Haute Joaillerie Variante der Jaeger-LeCoultre „Calibre 101“ – ein schmuckes, rundum brillantbesetztes Kleinod, welches das kleinste mechanische Uhrwerk der Welt birgt. Dazu kommen mindestens zwei Patek Philippe Uhren – eines davon ein Unikat mit mehrreihigem Perlenarmband.

 

CHART 12 – Young Royals

Bis heute sind die Royals stets unter der Lupe. Jedes noch so kleine Detail wird von den Lifestyle-Medien und von der Boullevard-Presse analysiert. Hier nur ein paar Beispiele:

Kate Middleton trägt eine „Ballon Bleu de Cartier“, die perfekte Begleiterin für jeden Anlass. Victoria von Schweden trägt sehr selbstbewußt ihre Omega „Speedmaster Broad Arrow“ in Edelstahl zur Schau – bei strenger Betrachtung ist diese Uhr für manche Anlässe fast ein bisschen zu sportlich.

Lady Kitty Spencer widmet sich dem Thema Uhren und Schmuck auf professionell-geschäftliche Weise und steht seit Kurzem bei Bulgari als Testimonial unter Vertrag.

Apropos Testimonial. Betrachtet man, wer was trägt, sollte man natürlich unterscheiden, ob es sich tatsächlich um eine persönliche Passion handelt oder um ein vertraglich vereinbartes zur Schau tragen einer Marke.

Ein paar hervorragende historische Beispiele privater Leidenschaften hätten wir hier:

 

CHART 13 – Jackie Kennedy

Eine der größten Ikonen aller Zeiten, Jackie Kennedy, liebte zwei Uhren ganz besonders: Ihre „Tank de Cartier“, die am Gehäuseboden  sogar mit einer persönlichen Widmung versehen war. 23. Feb. 63… Ihr Schwager Prinz Stanislaw Raziwill hatte der damaligen First Lady diese Uhr anlässlich des 50-Meilen-Marsches geschenkt, den Präsident John F. Kennedy in Florida organisiert hatte. Ein etwas eigenartiger Anlass, eine goldene Uhr zu schenken, aber wir freuen uns natürlich über derart ungewöhnliche Stories.

Im Juni 2017 erstand der US-amerikanische Reality-TV-Star Kim Kardashian bei einer Christie’s Auktion Jackie Kennedy‘s goldene „Tank de Cartier“ um generöse 379.500 Dollar! Die Uhr hat sie schon mal, zur Stilikone im Jackie Format fehlt ihr aber noch einiges.

 

CHART 14 – Lady Diana

Die zweite unumstößliche Ikone des 20. Jahrhunderts hieß Lady Diana. Auch sie war ein absoluterein Cartier-Fan. Sie trug sowohl eine „Tank de Cartier“ als auch eine „Tank Française“. Ganz rechts trägt sie neben einer zauberhaften goldenen Piaget, die man in ganz jungen Jahren an ihrem Handgelenk sah, die Breguet ihres damaligen Verlobten – Charles hatte sie für das Polo-Spiel abgenommen. Stilikone hin oder her – wirklich glücklich sah Diana leider nur sehr selten aus…

 

CHART 15 – Liz Taylor

Die dritte Ikone vergangener Jahrzehnte, deren unverwechselbarer Stil Geschichte schrieb und die nur trug, was ihr gefiel, war zweifelsfrei Elizabeth Taylor. Ihre zwei großen Lieben begannen beide mit „B“: Burton und Bulgari. Sie völlig vernarrt in die Uhren- und Schmuckkreationen des römischen Labels. Richard Burton soll einmal gesagt haben: „I introduced Liz to beer, she introduced me to Bulgari“ und bei anderer Gelegenheit: „The only word Liz knows in Italian is Bulgari.“

Die goldene, kunstvoll mit Diamanten besetzte „Serpenti“ Uhr aus dem Film Kleopatra, 1962, Uhr trug Taylor aber auch immer privat.

 

CHART 16 – Cindy Crawford

Ohne über sie gesprochen zu haben, gehen wir heute natürlich nicht nach Hause: Das erste, ein gefühltes ganzes Leben lang treue „Testimonial“ – und das mit maximaler Authentizität. Gemeint ist natürlich Super Model Cindy Crawford. 1995 unterschrieb sie den ersten Vertrag mit Omega. Es sollte nicht nur eine intensive, sondern auch eine langlebige Partnerschaft werden. In zweieinhalb Jahrzehnten wurde sie nie mit einer anderen Uhr gesehen. Aus der Miss Constellation von damals ist eine Misses Omega geworden. 2018 ist sie immer noch dabei, doch damit nicht genug. Inzwischen posiert sie gemeinsam mit ihrer Tochter Kaia und diese auch im Alleingang für die erfolgreiche Schweizer Uhrenmarke. Da macht der Ausdruck „Omega-Familie“ wirklich Sinn.

 

CHART 17 – Today’s Icons

Heidi Klum liebt Panerai, links mit einer „Radiomir“, rechts mit einer „Luminor Marina“. Schauspielerin Stana Katic ebenso: Sie trägt eine Panerai „Radiomir Black Seal“.

Weitere Marken, die bei Stars und Sternchen oft am Handgelenk glitzern, sind natürlich Rolex und Omega, aber auch jüngere Marken mit großem Wiedererkennungswert wie Hublot oder TAG Heuer kommen bei der jüngeren Celebrity Generation gut an.

– Ende des Vortrags

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